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Caltagirone

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Caltagirone verbindet eine seit Jahrhunderten gepflegte Keramiktradition mit einem Stadtbild, das nach dem Erdbeben von 1693 im spätbarocken Stil erneuert wurde. Die Scalinata di Santa Maria del Monte stammt aus dem 17. Jahrhundert und führt in 142 Stufen zur gleichnamigen Kirche hinauf. Ihre Majolikafliesen mit historischen Mustern wurden 1954 gefertigt; sie machen die Treppe zu einem begehbaren Beispiel des örtlichen Keramikhandwerks.

Keramik im Stadtbild

Fliesen und dekorative Keramik prägen Fassaden, Treppen und Plätze. Die Majolikafliesen der bekannten Treppe wurden 1954 vom Istituto d’arte della Ceramica di Caltagirone hergestellt; damit verbindet sich das historische Muster mit einer konkreten örtlichen Institution. Die Sammlung des Museo Regionale della Ceramica dokumentiert sizilianische Keramik von der Vorgeschichte bis zum frühen 20. Jahrhundert, besonders Arbeiten aus Caltagirone. Dieser zeitliche Bogen macht sichtbar, wie sich Formen und Dekor im Lauf der Jahrhunderte wandelten. Caltagirones Keramik gehört zum breiten Spektrum des sizilianischen Kunsthandwerks.

Eine spätbarocke Stadt

Caltagirone gehört zu den acht Städten des UNESCO-Welterbes „Spätbarocke Städte des Val di Noto“. Nach dem Erdbeben von 1693 wurden diese Städte am selben oder an nahe gelegenen Standorten wiederaufgebaut. Kirchenfassaden, Palazzi und Plätze in Caltagirone zeigen diese spätbarocke Stadtgestaltung. Die Entwicklung der Insel reicht über diese jüngere Stadtschicht hinaus und lässt sich auch an den archäologischen Stätten Siziliens nachvollziehen. Spätbarocke Plätze und Fassaden gehören zu den Sehenswürdigkeiten Siziliens.

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Kathedrale und Treppe

Die Kathedrale San Giuliano prägt das Zentrum. Die Kirche wurde in normannischer Zeit begonnen und nach Erdbebenschäden mehrfach wiederaufgebaut. 1816 wurde San Giuliano mit der Gründung des Bistums zur Kathedrale erhoben. Ihre Fassade und Kuppel prägen den Platz und die umliegenden Straßen.

Beim Aufstieg zur Kirche Santa Maria del Monte treten die keramischen Motive aus der Nähe hervor; von unten zeigt sich die Folge der 142 Stufen als einheitliches Bild. Oben öffnet sich der Blick über die Dächer des Zentrums. Auf glatten Stufen ist Trittsicherheit hilfreich. Kathedrale, Keramikmuseum und historische Plätze lassen sich zu einem Rundgang durch die spätbarock geprägten Straßen verbinden.